Warum Bio?

8 Vorteile, die für Bio sprechen

Bio: Mehr Aufwand für mehr Wert

Wirtschaften nach den Grundlagen der biologischen Landwirtschaft bedeutet, vielen verschiedenen Ansprüchen gerecht zu werden. Denn das Wachstum von Pflanzen und Tieren braucht mehr Zeit, es braucht insgesamt mehr Geduld und oft mehr Handarbeit.

Die natürlichen Zusammenhänge zwischen Boden, Pflanzen und Lebewesen werden stärker beachtet. Ausgesuchte Betriebsmittel vom Tierfutter bis zum Dünger bedeuten ebenfalls mehr Aufwand.

Und diesem Mehr an Aufwand steht eine große Palette an Mehrwerten gegenüber.

1. Förderung von Vielfalt und Balance

In der biologischen Landwirtschaft spielen Vielfalt und Balance eine wichtige Rolle. Sie nutzt und unterstützt die Artenvielfalt (Biodiversität) durch:

  • Anbau unterschiedlicher Gemüsesorten am Feld
  • Einsatz natürlicher Nützlinge, z.B. Insekten oder Regenwürmer
  • Förderung verschiedener Nutztierarten

Die ökologische Balance steht in der Bio-Landwirtschaft immer im Vordergrund.

2. Regionalität und Kreislaufwirtschaft

Regionalität bedeutet, dass ein Produkt in einer bestimmten geografischen Nähe erzeugt wurde. Damit entstehen kürzere Transportwege, die wiederum Ressourcen schonen und sich positiv auf die CO2-Bilanz auswirken.


Kreislaufwirtschaft bedeutet, dass möglichst alles wiederverwendet wird, was am Betrieb anfällt. Zum Beispiel, dass Rinder Gras fressen und der entstehende Mist und die Gülle wieder als organischer Dünger (Kompost) für Ackerflächen des Betriebes verwendet werden. So muss praktisch kein Dünger von außerhalb des Hofes zugekauft werden.


Ziel ist es, im Einklang mit der Natur und ressourcenschonend zu arbeiten. So entsteht ein geschlossener Kreislauf, der unseren Böden, Pflanzen, Tieren und Menschen zugute kommt.

3. Fruchtfolge für gesunde Böden

In der biologischen Landwirtschaft hat die Gesundheit der Böden größte Bedeutung. Durch besondere Pflege und Vielfalt der Bodenlebewesen entstehen vielfältige Fruchtfolgen und die Bodenfruchtbarkeit wird erhöht.

Vorteile von gezielter Begrünung

  • Förderung der Bodengesundheit: Bestimmte Pflanzen werden gezielt zur Ernährung der Bodenlebewesen angebaut
  • Natürlicher Erosionsschutz: Begrünte Äcker schützen den Boden vor Wind- und Wassererosion
  • Natürlicher Dünger: z.B. können Hülsenfrüchte Stickstoff aus der Luft im Boden binden, der dann als Dünger zur Verfügung steht
  • Verbesserte Bodenstruktur: Tiefe Wurzeln lockern den Boden und helfen, den Humusgehalt zu steigern
  • Natürlicher Wasserspeicher: Ein gesunder, humusreicher Boden kann mehr Wasser aufnehmen und speichern

4. Gentechnikfreies Bio-Saatgut

Bei Saatgut für die biologische Landwirtschaft stehen Vitalität, Widerstandsfähigkeit und Geschmack im Vordergrund. Es muss gentechnikfrei produziert werden. Für die verschiedenen Anbaugebiete und Klimabedingungen werden möglichst gut angepasste und seltene Pflanzensorten gezüchtet.


Züchtung und Zulassung von Saatgut sind zeit- und kostenintensiv. Das hat zur Folge, dass nicht immer genug Bio-Saatgut verfügbar ist. Dann muss die Bio-Landwirtschaft auf unbehandeltes, konventionelles Saatgut zurückgreifen. Das geht aber nur nach Freigabe durch die zuständige Kontrollstelle. Der Erhalt alter Sorten sowie die Förderung der Artenvielfalt gewinnen daher zunehmend an Bedeutung.

5. Umweltschutz durch Bio-Düngemittel

Kulturpflanzen benötigen zum Wachstum ausreichende Mengen an Stickstoff. Wenn die düngende Wirkung stickstoffaufbauender Pflanzen nicht ausreicht, dann verwendet die biologische Landwirtschaft bevorzugt organischen Dünger. Das können hofeigener oder regional verfügbarer Mist und Gülle sein. Die Nährstoffe werden durch natürliche Prozesse langsamer freigesetzt. Das gilt als ressourcenschonender und kann abhängig vom jeweiligen Produktionssystem auch klimafreundlicher sein.


Mineralische Düngemittel wie Gesteinsmehle dürfen nur bedarfsorientiert eingesetzt werden. Sie dienen in erster Linie zur Nährstoffergänzung im Boden. Schnelllösliche Düngemittel sind hingegen verboten.

6. Tierhaltung und Bio-Futter

Die biologische Landwirtschaft legt Wert darauf, dass sich Tiere wohlfühlen. Dafür brauchen sie mehr Auslauf, mehr Platz, genügend Liegeflächen und Beschäftigungsmaterial im Stall, sowie das Ausleben ihres natürlichen Herden- oder Rudelverhaltens.


Wenn chirurgische Eingriffe nötig und vom Tierarzt gestattet sind, müssen angemessene Betäubungs- oder Schmerzmittel verabreicht werden. Eingriffe wie das Kupieren (Kürzen) der Schwänze oder das vorbeugende Abschleifen der Zähne sind in der biologischen Landwirtschaft verboten.


In der biologischen Landwirtschaft ist die artgerechte Fütterung unbedingt vorrangig. Gras und Heu stehen als Futter von Rindern, Schafen und Ziegen im Vordergrund. Kraftfutter darf nur eine Nebenrolle spielen. Zugekauftes Futter muss ebenfalls aus Bio-Betrieben stammen und gentechnikfrei hergestellt worden sein.


Ziel ist eine möglichst artgerechte Haltung sowie ein gesundes und möglichst langes Tierleben. Deshalb kommen häufig robuste und traditionelle Tierrassen zum Einsatz.

7. Hohe Naturbelassenheit bei Produkten

Produkte aus Bio-Rohstoffen sollen auch bei der Verarbeitung möglichst schonend hergestellt werden. Zusatz- und Verarbeitungshilfsstoffe sind zwar für Haltbarkeit und Produkteigenschaften, wie beispielsweise der Textur, wichtig. Bei Bio-Produkten sind jedoch nur bestimmte natürliche Zusatzstoffe erlaubt, z.B. Aromen aus natürlichen Ausgangsstoffen oder Pektin.


Dabei gilt immer: So wenig wie möglich und nur so viel wie nötig. Bei Produkten mit dem AMA-Biosiegel sind die erlaubten Zusatz- und Verarbeitungshilfsstoffe zusätzlich noch strenger geregelt.

8. Vertrauen durch strenge Kontrollen

Bio in Österreich basiert auf einer europäischen Rechtsgrundlage, der EU-Bio-Verordnung. Darin sind unabhängige Kontrollen und Zertifizierungen festgelegt. Darauf baut das österreichische AMA-Biosiegel auf. Es basiert auf ergänzenden Kriterien, die in der staatlich anerkannten und bei der EU notifizierten (bewilligten) AMA-Bio-Richtlinie festgelegt sind. So wird biologische Produktion mit ausgezeichneter Qualität und strengen Kontrollen abgesichert.

Häufig gestellte Fragen

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