Bio-Hühnerhaltung in Österreich

Die Bio-Haltung bietet Hühnern eine vielfältiger gestaltete Umgebung, mehr Platz, sowie Tageslicht und Zugang ins Freie (EU-Bio-Verordnung).


Bio-Geflügel liefert aber sowohl Bio-Eier als auch Bio-Fleisch. Aktuell sind 13,2% der Legehennen (Quelle: EU Statistik 2025, QGV) und 21,9% der Masthühner in Österreich bio (Quelle: QGV Poultry Health Data, Stand: 31.12.2024).

Was Bio-Hühnerhaltung wirklich bedeutet: die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

Die Bio-Hühnerhaltung unterscheidet sich in vielen Bereichen von der konventionellen Hühnerhaltung. Die wichtigsten Merkmale und Vorgaben sind im folgenden Überblick zusammengefasst:

  • Zugang ins Freie

    Bio-Hühner müssen Zugang zu einem Auslauf im Freien haben

  • Mehr Platz

    Masthühner: Mindestens 4 m² Außenfläche pro Tier (bei Wechselweide)

    Legehennen: Maximal 6 Tiere pro m²

  • Fütterung

    100% Biofutter & ständiger Zugang zu frischem Wasser

  • Lichtbedingungen

    Tageslicht und mindestens 8 Stunden Nachtruhe ohne Kunstlicht

  • Platz im Stall

    Mindestens ein Drittel der Stallfläche als Scharrraum

Platz in der Bio-Hühnerhaltung

In der Bio-Hühnerhaltung sind klare Vorgaben für Stall, Auslauf und Ausstattung definiert, um den Tieren ausreichend Platz und natürliche Verhaltensmöglichkeiten zu bieten.

Bio-Masthuhn

Bereich

Vorgabe

Stall

Für Bio-Legehennen: max. 3.000 Tiere pro Stalleinheit

Für Bio-Masthühner: max. 4800 Tiere pro Stalleinheit

Scharrraum

mindestens 1/3 der Stallfläche, mit bearbeitbarem Substrat (Einstreu)

Auslauf

Für Bio-Masthühner: mindestens 4 m²/Tier

Für Bio-Legehennen: mindestens 8 m²/Tier

Sitzen

Für Bio-Masthühner: 5 cm Sitzstange/Tier oder alternativ erhöhte Sitzebenen (25 cm²/Tier)

Für Bio-Legehennen gilt: mindestens 20 cm Sitzstange/Henne

Fütterung in der Bio-Hühnerhaltung

Hühner sind eines der am meisten erforschten Nutztiere, besonders in ihrem Nahrungsaufnahmeverhalten und der Nahrungsverwertung. Circa 35% des Tages sind die Hühner mit der Nahrungssuche und Aufnahme beschäftigt.


Folgende Vorgaben müssen bei der Fütterung von Bio-Hühnern beachtet werden:

  • Die Tiere benötigen eine Möglichkeit zum Scharren und Picken.
  • Die gemeinsame Nahrungsaufnahme der Hühner ist auch wichtig für die Sozialstruktur.
  • Licht und Geräusche beeinflussen die Nahrungsaufnahme. Farbe und Struktur des Futters spielen eine größere Rolle als Geschmack.
  • Die Tiere müssen ungehindert Zugang zu Tränken mit frischem, sauberen Wasser haben.

Tiergesundheit in der Bio-Hühnerhaltung

Bei Hühnern können viele Verhaltensstörungen, wie Federpicken, Kloakenpicken und Kannibalismus auftreten. Um das zu verhindern, ist es besonders wichtig, alle Verhaltensbedürfnisse der Hühner zu befriedigen.


In der Bio-Geflügelhaltung werden daher folgende Maßnahmen ergriffen:

  • ein Mindestangebot an Platz wird geboten
  • Bereiche werden gegliedert (Scharraum, Auslauf, Veranda,…)
  • ausreichend Tageslicht


Der Einsatz von Antibiotika als vorbeugende Maßnahme ist verboten!

Generell gilt jedoch, dass alle Medikamente, die in Österreich zugelassen sind, auf Bio-Betrieben verabreicht werden dürfen.


Nach der Verabreichung von dem Medikament gilt jedoch eine doppelte Wartezeit. Ist keine gesetzliche Wartezeit gegeben, dann muss die Wartefrist mindestens 48 Stunden entsprechen. Die Behandlung kranker Tiere hat Vorrang. Werden chemisch-synthetische Tierarzneimittel eingesetzt, gelten verlängerte Wartezeiten und zusätzliche Dokumentationspflichten. Die Anforderungen richten sich nach der EU-Bio-Verordnung.


Bio-Hühnerhaltung nach Tiergruppen

Bio-Geflügel wird gemäß EU-Bio-Verordnung in strukturierter Haltung mit mehr Platz, Tageslicht und Zugang ins Freie gehalten.

Legehennen

Bio-Legehennen leben in sozialen Gruppen mit verpflichtender Freilandhaltung (Käfighaltung ist verboten). Sie haben ausreichend Platz im Stall (max. 6 Tiere/m²) sowie Zugang zu Funktionsbereichen wie Scharrraum (mind. 1/3 der Stallfläche), Sitzstangen und Nestern.

    Masthühner

    Bio-Masthühner werden in Gruppen mit Zugang ins Freie gehalten und profitieren von strukturierter Stallhaltung mit Einstreu, Tageslicht und Auslauf.

      Häufig gestellte Fragen zur Bio-Hühnerhaltung

      Quellen

      Weitere Bio-Tierhaltungsarten

      Bio bei Rindern

      Rinder benötigen ausreichend Platz im Stall und Zugang zu Auslauf, um ihren natürlichen Verhaltensweisen nachgehen zu können. Während der Weidemonate haben Bio-Rinder verpflichtend Zugang zu einer Weidefläche.

      Bio bei Schweinen

      Bio-Schweine brauchen drinnen wie draußen ausreichend Platz. Der Stall ist in verschiedene Bereiche wie Liege-, Fress-, Auslauf- und Kotbereich unterteilt und bietet zusätzlich Beschäftigungsmaterial.

      Bio bei Schafen & Ziegen

      Bei Schafen und Ziegen ist der Bio-Anteil in Österreich besonders hoch. Jungtiere werden mindestens 45 Tage mit Bio-Milch ernährt, meist mit Muttermilch. Auch Bio-Ziegen erhalten regelmäßigen Auslauf.

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