
Bio-Tierhaltung in Österreich
Der Respekt vor dem Leben steht im Zentrum des Bio-Gedankens.
Und das zeigt sich besonders in der Tierhaltung. Bio-Betriebe müssen konkrete Standards erfüllen:
Mindestflächen pro Tier, Zugang zu Weideflächen, Beschränkungen bei Antibiotika-Einsatz und Anforderungen an tiergerechtes Verhalten.
Was Bio-Tierhaltung ausmacht
Bio-Tierhaltung orientiert sich an den natürlichen Bedürfnissen der Tiere. Konkrete Maßnahmen dafür sind:
Auslauf und Weidezugang
Bio-Tiere haben regelmäßig Zugang ins Freie. Pflanzenfresser wie Rinder, Schafe und Ziegen müssen während der Vegetationsperiode auf die Weide können. Auch für andere Tierarten sind Ausläufe ein wesentlicher Bestandteil der Haltung.
Haltung im Stallbereich
Die Tiere verfügen über mehr Platz im Stall, weiche Liegeflächen mit natürlicher Einstreu sowie unterschiedliche Bereiche zum Fressen, Ruhen und Bewegen.
Biologische Fütterung
Die Fütterung erfolgt bedarfsgerecht mit biologischen Futtermitteln. Besonders wichtig ist ausreichend Raufutter, das eine gesunde Verdauung unterstützt und dem natürlichen Fressverhalten entspricht.
Verantwortungsvoller Medikamenteneinsatz
Vorbeugende Antibiotikagaben sind nicht erlaubt. Stattdessen stehen Tiergesundheit, gute Haltungsbedingungen und vorbeugende Maßnahmen im Vordergrund. Medikamente werden nur eingesetzt, wenn sie notwendig sind.
Jungtieraufzucht
Die Aufzucht erfolgt nach den Vorgaben der Bio-Landwirtschaft mit besonderem Augenmerk auf das Wohl der Jungtiere und ausreichend Zeit für ihre natürliche Entwicklung sowie eine Haltung und Fütterung nach den Anforderungen des Bio-Landbaus im Mittelpunkt.
Bio-Tiere in Österreich: ein Überblick
In Österreich stehen bereits große Anteile einzelner Nutztierkategorien auf Bio-Betrieben: 44 % der Mutterkühe, fast 50 % der Ziegen und 31 % der Masthühner werden auf Bio-Betrieben gehalten (Quelle: Grüner Bericht 2025).
Die Anforderungen an die Bio-Tierhaltung orientieren sich an den natürlichen Bedürfnissen der jeweiligen Tierart. Je nach Tier gelten unterschiedliche Vorgaben zu Platzangebot, Auslauf, Fütterung und Haltung.
Bio-Rind
Rinder benötigen ausreichend Platz im Stall und Zugang zu Auslauf, um ihren natürlichen Verhaltensweisen nachgehen zu können. Während der Weidemonate, in der Regel von April bis Oktober, haben Bio-Rinder verpflichtend Zugang zu einer Weidefläche.
Bio-Geflügel
Für Bio-Hühner ist Auslauf in abwechslungsreicher Umgebung verpflichtend vorgeschrieben. Dabei müssen ausreichend Versteckmöglichkeiten vorhanden sein, da Hühner von Natur aus Angst vor Greifvögeln haben. Wassergeflügel wie Enten und Gänse benötigen außerdem zusätzlich Zugang zu einer Wasserfläche wie Bach oder Teich.
Bio-Schwein
Bio-Schweine brauchen drinnen wie draußen ausreichend Platz. Der Stall ist in verschiedene Bereiche wie Liege-, Fress-, Auslauf- und Kotbereich unterteilt und bietet zusätzlich Beschäftigungsmaterial.
Bio-Schafe und Bio-Ziegen
Bei Schafen und Ziegen ist der Bio-Anteil in Österreich besonders hoch. Jungtiere werden mindestens 45 Tage mit Bio-Milch ernährt, meist mit Muttermilch. Auch Bio-Ziegen erhalten regelmäßigen Auslauf und profitieren von Kletter- und Beschäftigungsmöglichkeiten, die ihrem natürlichen Verhalten entsprechen.
Bio-Schlachthof: Auch nach der Haltung zählt Bio
Bei der Schlachtung von Bio-Tieren werden zusätzliche Anforderungen umgesetzt, die über die gesetzlichen Mindeststandards hinausgehen:
- maximale Transportdauer von 4,5 Stunden, wenn geografisch möglich
- tiergerechte Wegführung
- gezielte Lichtführung
- ruhige Wartebereiche
- sorgfältige Betäubung
Häufig gestellte Fragen zu biologischer Landwirtschaft

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